Gespräche mit Ministerpräsident Ramelow

Helgard Anding, MP Bodo Ramelow, Thomas Hönnger

Explodierende Gaskosten, steigende Strompreise: eine echte Bedrohung für den Fortbestand unserer Fleischerhandwerksbetriebe.

Die Sorgen und Nöte haben wir unserem Thüringen Ministerpräsidenten schriftlich dargelegt und dabei auch die Thüringer Bäcker mit ins Boot genommen. Innerhalb weniger Tage erhielten wir gemeinsam bereits die Gelegenheit zu einem persönlichen Gespräch mit ihm am 09.11.2022.

Dieses erfolgte in einer sehr sachlichen und konstruktiven Form. Ministerpräsident Ramelow erläuterte, wie die Bundeshilfen aussehen sollen, wobei die Beschlussfassung darüber erst am Folgetag erfolgte.

Dabei wurden folgende Eckpunkte in den Raum gestellt (bzw. sind kurz nach dem Gespräch durch den Bund bekanntgegeben worden):

  • Der Staat übernimmt den Dezemberabschlag für Gas – entweder direkt oder per Gutschrift.
  • Der Gaspreisdeckel wird für 14 Monate auf 0,12 € brutto für Gas festgeschrieben
  • Der Strompreisdeckel wird ebenfalls für 14 Monate festgeschrieben
  • Hier greift der Deckel für Industriestrom bei 13 Cent je kWh netto für 70 % des Verbrauchs, für Haushaltsstrom (der auch für kleinere Unternehmen angesetzt wird) 0,40 € brutto je kWh für 80 % des Verbrauchs.
    Dabei sind im Bruttopreis alle Entgelte und Steuern, inkl. Stromsteuer, Netzentgelte, Umsatzsteuer, enthalten. Demzufolge beträgt hier der Nettopreis ca. 0,34 € / kWh.
  • Die bereits bekannt gewordene 100.000 kWh Jahresverbrauch sind offensichtlich noch nicht abschließend fixiert.
  • Das Land Thüringen stellt 404 Millionen Euro zur Abmilderung der Energiekrise zur Verfügung. Dieses Geld soll vor allem dort helfen, wo Bundesmaßnahmen nicht greifen: z.B. bei stark gestiegenen Kosten für Öl und Pellets.
  • In Thüringen soll die Ausreichung der Mittel über die Thüringer Aufbaubank (TAB) erfolgen. Das Beantragungsverfahren soll so einfach wie möglich gestaltet werden, allerdings soll dabei die Bedürftigkeit nachgewiesen werden. Die Zuschussbeantrag soll wie bereits bei den Corona-Hilfen über Steuerbüros und Wirtschaftsprüfer erfolgen.
  • Teile des Thüringer Fonds sollen auch verwendet werden, um Dekarbonisierung, also z.B. Investitionen in Photovoltaik o.ä., zu unterstützen. Damit soll mehr Autarkie in der Energieversorgung erreicht werden.
  • Mit der Bearbeitung / Auszahlung soll Anfang / Mitte Dezember begonnen werden.

Ministerpräsident Ramelow sagte zu, dass „Sonderfälle“ schnell und unbürokratisch beurteilt werden. Er stellte dabei eine enge Zusammenarbeit mit den Innungsverbänden in Aussicht.

Der Bitte unseres Verbandes, sich beim Bund dafür einzusetzen, dass im Fleischerhandwerk die 3%-Grenze für den erforderlichen Energieverbrauchsanteil an den Kosten aufgrund der besonders hohen Rohstoffbeschaffung abgesenkt wird, wird der Ministerpräsident nachkommen.

MP Bodo Ramelow mit den Vertretern des Fleischer- und Bäckerhandwerks

Energiekrise: Unterstützung des Fleischerhandwerks

Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz Dr. Robert Habeck

 

Aktuelle Informationen über den derzeitigen Stand der Dinge finden Sie in unserem Mitgliederbereich. Der DFV äußert sich in zwei Rundschreiben über seine Aktivitäten zur Unterstützung der Innungsbetriebe in der Energiekrise uns beleuchtet den umstrittenen Auftritt von Bundeswirtschaftsminister Habeck im TV.

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Fleischerhandwerk fordert gerechte Entlastungen

DFV-Präsident Herbert Dohrmann

Die Unternehmen des Fleischerhandwerks fordern eine gerechte Verteilung der Hilfen bei den Energiekosten. Neben privaten Haushalten und Industrieunternehmen müssen auch die
Betriebe des Fleischerhandwerks schnell und wirksam entlastet werden. Die rund 11.000 inhabergeführten Fleischereien in Deutschland sind wichtiger Teil der regionalen Lebensmittelversorgung. Durch die eigene Herstellung der Produkte entstehen im Produktionsbereich hohe Energiekosten, die jetzt teilweise auf das Fünf- bis Sechsfache steigen. „Diese zusätzlichen Kosten sind vor allem auch deshalb eine Bedrohung für die Unternehmen, weil auch viele andere Kosten sprunghaft gestiegen sind“, erläutert der Präsident des Deutschen Fleischer-Verbands, Herbert Dohrmann. Die Verkaufspreise können oft nicht im notwendigen Maß angepasst werden.
Grundsätzlich begrüßt das Fleischerhandwerk, dass Unternehmen und private Haushalte entlastet werden sollen. Die jetzt angekündigte Absenkung der Mehrwertsteuer auf den Gaspreis hat allerdings keinen positiven Effekt in den Betrieben. Auch bei den Entlastungen, die für Unternehmen zur Verfügung stehen, ist das Fleischerhandwerk außen vor. Auf der Liste der förderfähigen Branchen wurde das Fleischerhandwerk nicht berücksichtigt.
„Es ist nicht nachzuvollziehen, warum unsere Handwerksunternehmen ausgeschlossen bleiben, während industrielle Schlachtbetriebe, die zum Teil in unmittelbarer Konkurrenz stehen, Zuschüsse bis zu 50 Millionen Euro erhalten können.“, kritisiert Dohrmann. Dieses Verfahren sei in höchstem Maße ungerecht, führt zu enormen Wettbewerbsverzerrungen und gefährdet die Existenz zahlreicher Handwerksunternehmen.
Für die angekündigten weiteren Entlastungsschritte fordert der Verband des Fleischerhandwerks eine gerechte Verteilung, die alle Unternehmen begünstigt, also auch diejenigen aus Handwerk und Mittelstand. Das könnte beispielsweise dadurch geschehen, dass die Energiesteuern auf Strom und Gas ausgesetzt werden. Dieser Weg schafft Entlastungsschritte dort, wo sie am meisten gebraucht werden. Mindestens ebenso wichtig ist, dass diese Maßnahme schnell und ohne bürokratischen Verwaltungsaufwand umgesetzt werden kann.

Online Seminar

Am Dienstag, dem 30.8. findet von 15-16 Uhr eine Veranstaltung der Vortragsreihe „f Digital“ statt. Wir haben dieses Mal mit tamplus von der celano GmbH ein cloudbasiertes Zeiterfassungs- und Personalmanagementsystem im Programm, das für Betriebe des Fleischerhandwerks interessant ist.
Vom Medienhaus B&L kommen außerdem zwei Beiträge mit starkem Bezug zum Fleischerhandwerk: Die „Fleischer-App“ und „Theken-TV“.
Mehr Info mit Links zu den Lösungen und Anbietern auf der Landing Page:

Veranstaltungsreihe f Digital – digitale Lösungen für das Fleischerhandwerk (fleischer-nrw.de)

Oder direkt zur Registrierung:

f Digital am 30.8.2022 Tickets, Di, 30.08.2022 um 15:00 Uhr | Eventbrite

Die Teilnahme ist kostenlos.

DFV-Merkblatt zur Anhebung des Mindestlohns und zur Arbeitszeiterfassung

Die Regelungen zur Anhebung des Mindestlohns auf zwölf Euro pro Arbeitsstunde zum 1. Oktober 2022 sind mit der Änderung einiger weiterer Vorschriften verbunden. Insbesondere die Anhebung der Verdienstgrenzen für Mini- und Midijobs sowie die Neuregelungen rund um die Arbeitszeitaufzeichnungen können in den Unternehmen des Fleischerhandwerks zu erweiterten Auflagen führen.
Der DFV hat deswegen für die Mitgliedsunternehmen ein Merkblatt erarbeitet, das diewesentlichen Änderungen und die jetzt notwendige Handhabung beschreibt. Das Merkblatt kann in unserem Mitgliederbereich heruntergeladen werden.

Neue Pflichten nach dem Nachweisgesetz

Sehr geehrte Damen und Herren,
aufgrund einer Änderung des Nachweisgesetzes sind bei dem Abschluss von Arbeitsverträgen neue Informationspflichten gegenüber Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zu erfüllen. Die Änderung dient der Umsetzung der europäischen Richtlinie über transparente und vorhersehbare Arbeitsbedingungen (2019/1152) und gilt ab dem 1. August 2022. Ein Rundschreiben des DFV mit weiteren Informationen finden Innungsbetriebe in unserem Mitgliederbereich.

Wegweiser zur Registrierung im Verpackungsregister LUCID

Aufgrund einer Änderung des Verpackungsgesetzes wurden die Registrierungspflichten im Verpackungsregister LUCID erweitert (siehe hierzu u.a. die App-Meldung vom 17. Juni 2021). Wesentliche Neuerung ist, dass sich ab dem 1. Juli 2022 sämtliche Unternehmen, die mit Ware befüllte Verpackungen in Verkehr bringen, im Verpackungsregister LUCID registrieren müssen. Bislang waren Unternehmen, die ausschließlich bereits beteiligte („vorlizensierte“) Serviceverpackungen verwenden, nicht selbst registrierungspflichtig. Die Möglichkeit zum Bezug vorlizensierter Serviceverpackungen bleibt dabei bestehen, so dass diese Unternehmen trotz nunmehr erforderlicher Registrierung keinen gesonderten Vertrag mit einem Dualen System
zur Beteiligung der Verpackungen abschließen müssen. Bei unterlassener Registrierung drohen nicht nur Bußgelder, sondern wettbewerbsrechtliche Abmahnungen.
Der DFV hat zur Erleichterung der Registrierung für die Unternehmen des Fleischerhandwerks die hierfür grundlegenden Informationen sowie die zur Registrierung erforderlichen Schritte und Daten in einem Wegweiser zusammengefasst. Diesen finden Sie in unserem Mitgliederbereich.

Außerordentliche Mitgliederversammlung – Ergebniszusammenfassung

Am 22.05.2022 fand die außerordentliche Mitgliederversammlung unseres Verbandes statt. Erfreulicherweise waren aus jeder Innung Vertreter zugegen.
Wie zu erwarten war, wurde sehr rege diskutiert. Ausgangspunkt war das Verlesen eines Papieres durch die Freie Fleischerinnung Altenburg, in dem diese bekräftigte, keine weitere Beitragserhöhung mitzutragen und den Schulterschluss mit dem Sächsischen Verband zu suchen. Aus dem Plenum wurde daraufhin die Frage gestellt, wie dabei die Thüringen betreffenden Problemstellungen bewältigt werden können, da hier z.B. auch unterschiedliche Landesregelungen greifen. Es gab Stimmen pro und kontra, auch die Angliederung an eine Kreishandwerkerschaft wurde diskutiert. Im Ergebnis sprachen sich die Anwesenden einstimmig dafür aus, den Verband in eigener Regie bestehen zu lassen. Nur als eigenständige Interessenvertretung ist unser Landesverband in der Lage, unsere Innungsbetriebe wirksam zu unterstützen. Aus formellen Gründen ist zudem eine Umbenennung des Verbandes vorzunehmen – hier wurde der Name „Fleischerverband Thüringen e.V.“ einstimmig ausgewählt.
Vorstand und Geschäftsführung erläuterten den Anwesenden die Aufgabengebiete des Verbandes in Thüringen sowie die vielfältigen Unterstützungsmöglichkeiten durch den DFV, die von den Mitgliedern kostenfrei genutzt werden können. LIM Hönnger berichtete aktuell von der Sitzung des DFV-Gesamtvorstandes sowie der Obermeistertagung im Rahmen der IFFA in Frankfurt. Er machte deutlich, dass die Anforderungen an unsere Betriebe auch in der nächsten Zeit nicht einfacher werden, als Beispiele nannte er die geplante Einführung der Herkunfts- und Haltungskennzeichnung sowie wichtige Gesetzesänderungen. Innungsbetriebe werden von ihren Verbänden rechtzeitig informiert und vermeiden somit kostspielige Abmahnungen.
Voraussetzung für das Fortbestehen des Thüringer Fleischerverbandes ist aber, dass sich geeignete Kandidaten für die im nächsten Jahr erforderliche Neubesetzung des Vorstandes finden, da der Großteil des Präsidiums sich aus Alters- oder privaten Gründen nicht mehr zur Wahl stellen möchte. Hier wurden erste Bereitschaften signalisiert.
Auch die Frage der Beitragshöhe wurde erörtert: hier wurde klargestellt, dass diese nicht durch Mehrausgaben im Haushalt, sondern durch die Verteilung der Beitragslast auf weniger Schultern zustande kommen. (Ausnahme: das „Durchreichen“ der jährlichen Beitragserhöhung durch den DFV in Höhe von 20 €, die durch einen Mitgliederbeschluss der Vollversammlung des DFV bis 2023 wirkt). Allerdings sind die Einnahmen durch die Meisterschule unwiederbringlich verloren gegangen: Man sucht hier nach Möglichkeiten, dies zu kompensieren, was aber nicht einfach und auch von der Bereitschaft der Betriebe, kostenpflichtige Leistungsangebote anzunehmen, abhängig ist.
Der Vorstand informierte, dass die Teilzeitstelle Frau Hilgerts im Verband zum 30. Juni gekündigt wurde, obwohl ein immenses Arbeitspensum gerade für die kommenden Monate erwartet wird.
In der Abstimmung zu den Regularien wurden alle Beschlüsse einstimmig angenommen.
Für die Beitragsfestsetzung für das Jahr 2022 standen zwei Vorschläge zur Debatte: zum einen die bloße „Weitergabe“ der 20-Euro-Erhöhung durch den DFV und zum anderen eine zusätzliche Aufstockung um weitere 50 Euro zu Gunsten des Verbandshaushaltes.
Die Mitgliedsbetriebe sprachen sich einstimmig für die letztere Variante aus.
Die Teilnehmer brachten außerdem übereinstimmend den Wunsch zum Ausdruck, dass der nächste Verbandstag wieder an einem Sonntag stattfinden soll – an den anderen Wochentagen haben wir Fleischer einfach keine Zeit!
Wir möchten, dass in diesen auch von politischer Seite her nicht einfachen Zeiten für unser Thüringer Fleischerhandwerk ein Sprachrohr für uns Handwerker bestehen bleibt. Dabei bedarf es der Mitarbeit aller. Wir möchten gern den Weg finden, den wir gemeinsam beschreiten können, ohne Mitstreiter zu verlieren. Wir sind fester Überzeugung: wir werden jede Hand und jeden Kopf benötigen, um uns für die Zukunft aufzustellen.
Thomas Hönnger
Landesinnungsmeister

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