Wegweiser zur Registrierung im Verpackungsregister LUCID

Aufgrund einer Änderung des Verpackungsgesetzes wurden die Registrierungspflichten im Verpackungsregister LUCID erweitert (siehe hierzu u.a. die App-Meldung vom 17. Juni 2021). Wesentliche Neuerung ist, dass sich ab dem 1. Juli 2022 sämtliche Unternehmen, die mit Ware befüllte Verpackungen in Verkehr bringen, im Verpackungsregister LUCID registrieren müssen. Bislang waren Unternehmen, die ausschließlich bereits beteiligte („vorlizensierte“) Serviceverpackungen verwenden, nicht selbst registrierungspflichtig. Die Möglichkeit zum Bezug vorlizensierter Serviceverpackungen bleibt dabei bestehen, so dass diese Unternehmen trotz nunmehr erforderlicher Registrierung keinen gesonderten Vertrag mit einem Dualen System
zur Beteiligung der Verpackungen abschließen müssen. Bei unterlassener Registrierung drohen nicht nur Bußgelder, sondern wettbewerbsrechtliche Abmahnungen.
Der DFV hat zur Erleichterung der Registrierung für die Unternehmen des Fleischerhandwerks die hierfür grundlegenden Informationen sowie die zur Registrierung erforderlichen Schritte und Daten in einem Wegweiser zusammengefasst. Diesen finden Sie in unserem Mitgliederbereich.

Außerordentliche Mitgliederversammlung – Ergebniszusammenfassung

Am 22.05.2022 fand die außerordentliche Mitgliederversammlung unseres Verbandes statt. Erfreulicherweise waren aus jeder Innung Vertreter zugegen.
Wie zu erwarten war, wurde sehr rege diskutiert. Ausgangspunkt war das Verlesen eines Papieres durch die Freie Fleischerinnung Altenburg, in dem diese bekräftigte, keine weitere Beitragserhöhung mitzutragen und den Schulterschluss mit dem Sächsischen Verband zu suchen. Aus dem Plenum wurde daraufhin die Frage gestellt, wie dabei die Thüringen betreffenden Problemstellungen bewältigt werden können, da hier z.B. auch unterschiedliche Landesregelungen greifen. Es gab Stimmen pro und kontra, auch die Angliederung an eine Kreishandwerkerschaft wurde diskutiert. Im Ergebnis sprachen sich die Anwesenden einstimmig dafür aus, den Verband in eigener Regie bestehen zu lassen. Nur als eigenständige Interessenvertretung ist unser Landesverband in der Lage, unsere Innungsbetriebe wirksam zu unterstützen. Aus formellen Gründen ist zudem eine Umbenennung des Verbandes vorzunehmen – hier wurde der Name „Fleischerverband Thüringen e.V.“ einstimmig ausgewählt.
Vorstand und Geschäftsführung erläuterten den Anwesenden die Aufgabengebiete des Verbandes in Thüringen sowie die vielfältigen Unterstützungsmöglichkeiten durch den DFV, die von den Mitgliedern kostenfrei genutzt werden können. LIM Hönnger berichtete aktuell von der Sitzung des DFV-Gesamtvorstandes sowie der Obermeistertagung im Rahmen der IFFA in Frankfurt. Er machte deutlich, dass die Anforderungen an unsere Betriebe auch in der nächsten Zeit nicht einfacher werden, als Beispiele nannte er die geplante Einführung der Herkunfts- und Haltungskennzeichnung sowie wichtige Gesetzesänderungen. Innungsbetriebe werden von ihren Verbänden rechtzeitig informiert und vermeiden somit kostspielige Abmahnungen.
Voraussetzung für das Fortbestehen des Thüringer Fleischerverbandes ist aber, dass sich geeignete Kandidaten für die im nächsten Jahr erforderliche Neubesetzung des Vorstandes finden, da der Großteil des Präsidiums sich aus Alters- oder privaten Gründen nicht mehr zur Wahl stellen möchte. Hier wurden erste Bereitschaften signalisiert.
Auch die Frage der Beitragshöhe wurde erörtert: hier wurde klargestellt, dass diese nicht durch Mehrausgaben im Haushalt, sondern durch die Verteilung der Beitragslast auf weniger Schultern zustande kommen. (Ausnahme: das „Durchreichen“ der jährlichen Beitragserhöhung durch den DFV in Höhe von 20 €, die durch einen Mitgliederbeschluss der Vollversammlung des DFV bis 2023 wirkt). Allerdings sind die Einnahmen durch die Meisterschule unwiederbringlich verloren gegangen: Man sucht hier nach Möglichkeiten, dies zu kompensieren, was aber nicht einfach und auch von der Bereitschaft der Betriebe, kostenpflichtige Leistungsangebote anzunehmen, abhängig ist.
Der Vorstand informierte, dass die Teilzeitstelle Frau Hilgerts im Verband zum 30. Juni gekündigt wurde, obwohl ein immenses Arbeitspensum gerade für die kommenden Monate erwartet wird.
In der Abstimmung zu den Regularien wurden alle Beschlüsse einstimmig angenommen.
Für die Beitragsfestsetzung für das Jahr 2022 standen zwei Vorschläge zur Debatte: zum einen die bloße „Weitergabe“ der 20-Euro-Erhöhung durch den DFV und zum anderen eine zusätzliche Aufstockung um weitere 50 Euro zu Gunsten des Verbandshaushaltes.
Die Mitgliedsbetriebe sprachen sich einstimmig für die letztere Variante aus.
Die Teilnehmer brachten außerdem übereinstimmend den Wunsch zum Ausdruck, dass der nächste Verbandstag wieder an einem Sonntag stattfinden soll – an den anderen Wochentagen haben wir Fleischer einfach keine Zeit!
Wir möchten, dass in diesen auch von politischer Seite her nicht einfachen Zeiten für unser Thüringer Fleischerhandwerk ein Sprachrohr für uns Handwerker bestehen bleibt. Dabei bedarf es der Mitarbeit aller. Wir möchten gern den Weg finden, den wir gemeinsam beschreiten können, ohne Mitstreiter zu verlieren. Wir sind fester Überzeugung: wir werden jede Hand und jeden Kopf benötigen, um uns für die Zukunft aufzustellen.
Thomas Hönnger
Landesinnungsmeister
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Einladung zur außerordentlichen Mitgliederversammlung

Antje Pfauter, Thomas Hönnger, Klaus-Dieter Oppel, Helgard Anding (v.l.n.r.)
Foto: Filip Lachmann

Zum Verbandstag am 26.03.22 in Chemnitz erreichten wir erstmals in der Verbandsgeschichte mangels Delegierter nicht die notwendige Beschlussfähigkeit. Damit war auch die Abhandlung der Regularien nicht möglich.

Trotzdem diskutierten die anwesenden 12 Delegierten heftig über die Berichte, über die aktuelle Situation und die mögliche Zukunft des Verbandes. Sie waren sich einig, dass all diese Fakten jedes einzelne Mitglied erreichen müssen und haben deshalb auf die Einberufung einer außerordentlichen Mitgliederversammlung gedrungen.

Es gibt für die Gestaltung der Zukunft unterschiedliche Modelle, die unterschiedliche Kosten und unterschiedliche Leistungen nach sich ziehen.

Download Einladung mit Rückfax (bitte vorher einloggen): [download id=“1928″]

Wir haben nach einem zeitnahen Termin gesucht, uns dabei um Ferien und Feiertage herum gehangelt und haben uns dann auch um samstags eventuell anstehende Jugendweihe Partyservices nicht zu gefährden auf einen Termin geeinigt, der vielleicht ungewöhnlich, aber wahrscheinlich für uns Fleischer am leichtesten zu händeln ist.

Termin: Sonntag, 22. Mai 2022 – ab 12 Uhr brennt der Rost – 13 Uhr Sitzungsbeginn
Ort: 07387 Krölpa, Pinsenberghalle, Raniser Straße 17

Krölpa ist ein Ort in der Nähe von Ranis in einer wunderschönen Landschaft. Vielleicht bietet sich für den Rest der Familie die Möglichkeit der Erkundung der Umgebung nach einer Stärkung am Rost. 

Liebe Mitglieder, ich bitte Sie noch einmal, Ihre Anwesenheit zu ermöglichen: es geht uns alle an!  Bitte melden Sie sich mit dem Rückfax zurück und geben dabei auch an, wie viele Personen Speise vom Rost zu sich nehmen wollen, damit uns Wurst und Brätel nicht ausgehen!

In Erwartung zahlreicher Teilnahme grüßt Sie herzlich

Thomas Hönnger
Landesinnungsmeister

FDP-Delegation besucht Fleischerei Wohlgezogen in Rutha

Foto: Christoph O. P. Wieduwilt

Eine Delegation des Liberalen Mittelstandes Thüringen e.V. unter Leitung des Landesvorsitzenden Thomas L. Kemmerich, MdL (3.v.l.) besuchte am 09.05.2022 den Fleischerfachbetrieb von Fleischermeister René Wohlgezogen in Rutha bei Jena.

An dem Rundtischgespräch nahmen auch der stellv. Landesvorsitzende des Liberalen Mittelstandes, Bundestagsabgeordneter Gerald Ullrich (3.v.r.), unser Landesinnungsmeister Thomas Hönnger (2.v.r.) und unsere Geschäftsführerin Helgard Anding (2.v.l.) teil.

Ziel des Treffens war eine Bestandsaufnahme der Situation im Fleischerhandwerk.

Es überraschte nicht, dass der Mangel an Fachkräften und die geringe Bereitschaft der Jugend, das Fleischerhandwerk zu erlernen, Schwerpunktthemen waren. Berechtigte Kritik kam aber auch zu Themen, wie unflexibles Ladenöffnungsgesetz oder den hohen Gebühren der Veterinärämter bei Hausschlachtung bzw. Schlachtung kleiner Tiermengen.

Thomas L. Kemmerich zollte der Branche großen Respekt und gratulierte dem Fleischermeister René Wohlgezogen zu seinem erfolgreichen Unternehmen. René Wohlgezogen gründete es im Jahr 2000 und beschäftigt derzeit 22 Mitarbeiter. Mit einer Fleischverarbeitung von ca. 1,5 Tonnen pro Woche gehört er zu bekanntesten Fleischerfachbetrieben der Region. Seine Bekannt- und Beliebtheit bei den Kunden liegt aber nicht an der Menge sondern an der super Qualität der Produkte.

Während des Gespräches konnten alle Teilnehmer hervorragende Kostproben der Arbeit von René Wohlgezogen und seinem Team probieren. Dafür, für die Gastfreundschaft und für den offenen Gedankenaustausch aller Teilnehmer bedankt sich der Liberale Mittelstand Thüringen e.V. recht herzlich.

Preisangabenverordnung – Änderungen zum 28. Mai 2022!

Zum 28. Mai 2022 tritt die neue Preisangabenverordnung (PAngV) in Kraft. Neu kommt hierbei auf die Unternehmen eine zusätzliche Informationspflicht bei der Werbung mit Preisermäßigungen zu. Auch die Regelungen zur Auszeichnung des Grundpreises wurden leicht abgeändert. Weitere Informationen sowie Beispiele zur Umsetzung der neuen Regelungen finden Sie in unserem Mitgliederbereich.

Energiekosten überblicken und CO2-Fußabdruck erstellen mit dem E-Tool Webportal

Handwerksbetriebe, die in den vergangenen Tagen Post von Energieversorgern erhalten haben und sich mit hohen Rechnungen oder Verschlechterungen von Lieferverträgen auseinandersetzen mussten, waren sicherlich wenig begeistert. Nicht anders sieht die Situation beim Betanken von Betriebsfahrzeugen aus. Die steigenden Energiepreise werden zunehmend zu einer echten Belastung für das Handwerk.

Vor diesem Hintergrund tun Betriebsinhaber gut daran, etwas Zeit in dieses Thema zu investieren und sich einen Überblick über die Energieverbräuche und die damit einhergehenden Kosten im eigenen Unternehmen zu verschaffen. Wer mit seinen Energieverbrauchern und den entsprechenden Verbrauchsstrukturen vertraut ist, hat die besten Voraussetzungen Einsparpotenziale zu entdecken, diese schnell und teilweise kostengünstig auszuschöpfen, und so letztlich die Energiekosten des Betriebes zu senken.

Die Mittelstandsinitiative Energiewende und Klimaschutz hat mit dem E-Tool ein Werkzeug geschaffen, das Betriebsinhabern kostenfrei genau diese Gesamtschau auf das eigene Unternehmen ermöglicht. Neben der systematischen Erfassung der betrieblichen Energiedaten bietet das Webportal unter www.energie-tool.de die individuelle Auswertung der Jahresenergieverbräuche und -kosten für alle relevanten Bereiche sowie Kennzahlen zur Bewertung und Einordnung.

Seit Anfang 2022 besteht darüber hinaus auch die Möglichkeit, mit dem E-Tool den CO2-Fußabdruck des eigenen Unternehmens zu erstellen. Dies ist insbesondere interessant für Betriebe, die die eigenen Emissionen senken oder zukünftig sogar klimaneutral agieren wollen. Bei vollständiger Dateneingabe für ein Kalenderjahr, erstellt das E-Tool automatisch einen CO2-Fußabdruck in Anlehnung an Scope 1 und 2 des global anerkannten Berichtsstandards „Greenhouse Gas Protocol (GHG)“. Neben den nach GHG verpflichtend zu berücksichtigenden Scopes 1 und 2 gibt es noch den freiwilligen Scope 3. Für diesen wird aktuell ebenfalls eine Erfassungssystematik erarbeitet, die bis Mitte 2022 zur Verfügung stehen soll.

Unterstützung für Betriebe bei Energieeffizienzmaßnahmen
Mit der „Mittelstandsinitiative Energiewende und Klimaschutz“ bietet die Handwerksorganisation ihren Handwerksbetrieben direkte Unterstützung bei allen Fragen rund um eine energieeffiziente, klimafreundliche und damit langfristig kostengünstige Betriebsweise.

Kontakt und Ansprechpartner:
Handwerkskammer des Saarlandes
Marcel Quinten | Mail: m.quinten@hwk-saarland.de | Telefon: 0681/5809-2645

Neuer Imagefilm des DFV

Mit der neuen Werbekampagne „Fleischerhandwerk – Das Original„ wollen wir der Öffentlichkeit zeigen, was „Fleischerhandwerk“ ist. Unsere Betriebe sind das echte Fleischerhandwerk. Das Fleischerhandwerk – zu erkennen am roten f in der Raute – ist weder Industrie noch Lebensmitteleinzelhandel. Vielmehr sind es die Fleischer, Metzger und Schlachter, die in Familienbetrieben überwiegend regional einkaufen, produzieren und vermarkten. Sie bieten feste Arbeitsplätze für gut ausgebildetes Fachpersonal und sie wirtschaften nachhaltig. Fleischerhandwerk ist genau das, was Politik und Öffentlichkeit von der Fleischwirtschaft erwarten. Das bieten wir und das wollen wir zeigen.

Die neue Kampagne besteht aus mehreren Phasen, in denen die Besonderheit des Fleischerhandwerks offen, ehrlich und transparent aufgezeigt werden. Jede Phase wird von Filmbeiträgen begleitet, um die jeweiligen Themen anschaulich zu kommunizieren. Die Filme und das begleitende Material können von Fleischereien, die einer Fleischerinnung angehören sowie von den Innungen und Landesverbänden für die eigene Kommunikation genutzt werden.


Den aktuellen Imagefilm können Sie über untenstehenden Link einsehen. Dazu stellen wir Ihnen die komprimierten Versionen für Instagram und Facebook zur Verfügung. Passend dazu steht Ihnen ein QR-Code zum Download zur Verfügung, um das Imagevideo auf Ihrem Druckmaterial oder über Ihre Homepage zu verteilen. Zur Hilfestellung bei der Einbindung des Videos auf Ihrer Homepage haben wir Ihnen eine Handlungsanweisung erstellt.

Links:

Zum Imagefilm

Handlungsanweisung zum Einbinden des Imagefilms

QR-Code

Imagefilm 1×1 (für Instagram Feed)

Imagefilm 9×16 (für Instagram-Story)

Imagefilm 4×5 (für Facebook)

Warum der Preis der Bratwurst (nicht nur) in Saalfeld-Rudolstadt steigt

Artikel in der Ostthüringer Zeitung vom 10.02.2022

Sven Büchner betreibt einen Fleischerei-Betrieb mit Filialen in Saalfeld und Rudolstadt. Alles ist teurer geworden, sagt er, und deshalb auch seine Thüringer Bratwurst.
Foto: Guido Berg / OTZ

Jetzt geht’s um die Wurst: 2,80 Euro inklusive Brötchen! Wo kommt das her und wo führt das hin? Die Antwort geben die Fleischer.

Angesichts steigender Preise macht derzeit in den sozialen Netzwerken ein satirisch gemeinter Post die Runde: Die Tankstellen böten jetzt einen neuen Service an. Nach dem Volltanken stehe jetzt jedem ein Seelsorger zur Seite… Gar nicht mal so lustig fand es indes ein regelmäßiger Leser dieser Zeitung, als er in dieser Woche in Saalfeld happige 2,80 Euro für eine Thüringer Bratwurst mit Brötchen hinlegen musste – „30 Cent mehr als noch zwei Wochen zuvor“, wie er schreibt. Bei den Spritpreisen mag der Thüringer noch zähneknirschend mitgehen. Doch bei Thüringens Fast-Food-Heiligtum? Jetzt geht’s um die Wurst!

Das mit dem steigenden Preis „ist ein Kreislauf“
Bei der Saalfelder Metzgerei Mannheims heißt es, die Waren seien eben auch teuer geworden. Das kann Mitbewerber Sven Büchner nur bestätigen. Der Fleischermeister mit Filialen in Saalfeld und Rudolstadt betont „das logistische Problem“: Viele Zutaten der legendären Thüringer Bratwurst kämen von weither und die Spediteure legten ihre höheren Transportkosten natürlich auf ihre Kunden um. „Das ist ein Kreislauf“, meint Büchner.

Teurer im Einkauf würden auch die Zutaten der Wurst: Fleisch, Gewürze und auch der Schleiß, die Oberschicht des Schweinedarms, der der Bratwurst ihren Extrageschmack gibt, erzählt der Fleischer-Meister: „Eine originale Thüringer Bratwurst ist mit Schleiß hergestellt.“ Allerdings komme dieser Spezialdarm nicht aus Thüringen, aber immerhin von einem der zwei verbliebenen Hersteller in Deutschland und zwar aus der Nähe von Bayreuth. Allerdings sei der Preis pro Schleiß in den letzten drei Jahren um 40 Prozent gestiegen. „Das ist eine Ansage“, findet Büchner, der sich erinnern kann, die Thüringer zu DDR-Zeiten „zum 1. Mai“ auch schon mal „für eine Mark“ verkauft zu haben. In Euro sei ihm 1,30 als niedrigster Preis in Erinnerung.

„Die Tiere dürfen bei uns sogar ein Mal Geburtstag feiern“
Auch Sebastian und Dirk Lindig von der gleichnamigen Fleischerei begründen den Preis von 2,80 Euro für die auch bei Ihnen in der Oberen Straße in Saalfeld verkauften Bratwurst mit Brötchen mit den gestiegenen Einkaufspreisen. „Die Benzinpreise, die Brötchenpreise – alles wird teurer“, sagt Sebastian Lindig. Und: „Gutes Personal will nicht nur Mindestlohn.“ Dirk Lindig betont aber auch, dass die Lindig-Wurst schon deshalb nicht billig sein könne, da das dafür nötige Fleisch von glücklichen Tieren aus Freilandhaltung komme. „Die dürfen bei uns sogar ein Mal Geburtstag feiern.“ In der Massentierhaltung lebe das Schwein dagegen nur „fünf Monate und 14 Tage“. Dirk Lindig, der sich stolz „Fleisch-Sommelier“ nennen darf, behauptet: „Unsere Kundschaft weiß das und zahlt den Preis dafür gern.“

In der Landfleischerei Kleingeschwenda arbeiten insgesamt 48 Mitarbeiter und Prokurist Marko Müller bestätigt ebenfalls steigende Wurst- und Fleischpreise: „Alles wird teurer – Strom, Diesel, Personal.“ Die Tiere stammen aus eigener Haltung. „Wir setzen auf artgerechte Haltung“, heißt es auf der Homepage der Landfleischerei. Geschlachtet werden die Tiere in der Schlachterei in Cronach, verarbeitet werden sie jedoch in der Fleischerei in Kleingeschwenda, berichtet Müller. Seiner Ansicht nach werden sich die Preise alsbald nicht erholen: „Man kann es schon Inflation nennen.“

Eine Verkäuferin in Volkstedt: „Was wollen sie dagegen machen?“
Bei der Landfleischerei Dörnfeld in Volkstedt geht eine Verkäuferin ans Telefon, die zwar ihren Namen nicht nennen mag, die aber ansonsten nicht auf den Mund gefallen ist: „Alles wird teurer“, sagt sie und fragt: „Was wollen sie dagegen machen?“ Noch kürzlich habe die Bratwurst zwei Euro gekostet, jetzt seien es es schon 2,50 Euro. Auf die Entgegnung, dass sei immerhin noch etwas weniger als 2,80 Euro in Saalfeld, sagt sie nur lachend: „Aha!“ 45 Jahre lang sei sie nun schon Verkäuferin und könne aus ihrer Erfahrung heraus sagen: „So ist das Leben.“ Dass sie früher vom Monatslohn noch etwas übrig hatte, jetzt aber „von einem Monat zum anderen“ wirtschaften müsse, das ärgere sie allerdings auch.

Foto u. Text: Guido Berg/OTZ

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